Newsletter „Sustainable Finance Kompakt“ 04/2022

Liebe Mitglieder und Freunde des VfU,

weiterhin bestimmt die Umsetzung von Regulierungen die Sustainable Finance Praxis, sei es die häufig verschobene Offenlegungsverordnung SFDR die nun immer mehr Gestalt annimmt oder das Inkrafttreten von MiFID II ab August, ganz zu schweigen von der EU Taxonomie. Die nun veröffentlichten technischen Standards mit allen Anhängen zu SDFR gilt es nun aufmerksam zu studieren, die Veränderungen zu den Entwürfen halten sich in Grenzen, weitere Änderungen durch die EU-Institutionen sind sehr unwahrscheinlich. Ein weiteres Gesetz, dass noch viele Frage für Finanzinstitute offen lässt, ist das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Eine Arbeitsgruppe des VfU (Forum Social Issues) bietet hier regelmäßig die Gelegenheit für Information und Austausch zu Umsetzungsfragen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes. Mitgliedsunternehmen des VfUmit Interesse an einer Mitwirkung an diesem Forum können sich gerne bei uns melden (weltin@vfu.de).

Auch der Blick auf wichtige Veröffentlichungen und Initiativen dieses Monats zeigt eine weitere Konsolidierung und Vertiefung von eingeschlagenen Wegen, beispielsweise bei Netto-Null-Zielen und Transformationsfinanzierungen, bei der die Science Based Target Initiative genannt sei, die Ziele für Finanzinstitute erarbeitet. Dazu wollen wir Sie im Mai herzlich einladen, im Rahmen eines Webinars mit PwC sich anzuschauen, wie sich Unternehmen für die erfolgreiche Transformation an den Pariser Klimaschutzzielen ausrichten können und wo die Chancen auf dem Weg zu Net Zero liegen. Ebenfalls zum Thema Finanzierung der nachhaltigen Transformation führt das Green and Sustainable Finance Cluster Germany (GSFCG) gemeinsam mit VfU und B.A.U.M. e.V. derzeit auch eine Befragung unter Produktions und Finanzunternehmen durch. Die Ergebnisse der Umfrage zur Klima-Transformationsfinanzierung werden in eine gemeinsame Publikation einfließen. Daneben hält die Dynamik im Bereich Biodiversität und Finanzwirtschaft weiter an, genannt sei etwa die Kooperation von UNEP FI und Finance for Biodiversity Foundation zur Entwicklung von wissenschaftsbasierten Biodiversitätszielen.

Schließlich wollen wir Sie noch darauf hinweisen, dass am 12. und 13. Mai der Vertiefungskurs „Nachhaltigkeit in Finanzinstituten“ stattfindet, der gemeinsam mit N-Motion durchgeführt wird und sich an Personen aus kleinen wie großen Finanzunternehmen richtet, die sich mit der Thematik bereits beschäftigen und ihr Wissen vertiefen möchten. Einige wenige Plätze sind noch frei!

Nicht zuletzt möchten wir Dr. Sven Remer, der ab nächsten Monat neue berufliche Aufgaben wahrnimmt, herzlich Danke sagen für den erfolgreichen gemeinsamen Weg der letzten Jahre!

Unten finden Sie erst einmal, wie gewohnt, eine Auswahl von aus unserer Sicht relevanten Initiativen, Gesetzen, Veranstaltungen und Publikationen zum Themenbereich Sustainable Finance.

Wir wünschen eine informative und anregende Lektüre!

Ihr Team des VfU – Martin Hillenbrand, Henrik Ohlsen, Sven Remer und Patrick Weltin

🚀 AKTIVITÄTEN & INITIATIVEN

Aus der VfU Geschäftsstelle

  • VfU Stellenausschreibung: Senior Expert Sustainable Finance (m/w/d)
    Für unser Team am Standort Frankfurt suchen wir einen Senior Expert Sustainable Finance (m/w/d) in Vollzeit oder Teilzeit (nach Absprache) zum nächstmöglichen Einstiegstermin. 
  • Umfrage zur Klima-Transformationsfinanzierung
    In Vorbereitung auf den 6. Deutschen Sustainable Finance Gipfel möchten B.A.U.M., Green and Sustainable Finance Cluster Germany und VfU dem Thema Transformationsfinanzierung erhöhte Aufmerksamkeit widmen und eine Publikation dazu erstellen. Dafür soll eine Markterhebung den Stand der Transformationsfinanzierung in Deutschland beleuchten, einschliesslich der Maßnahmen und Möglichkeiten sowie ihrer Chancen und Herausforderungen. Die Markterhebung umfasst einerseits eine Reihe von Interviews mit Branchenexperten und andererseits eine anonyme Umfrage, deren Beantwortung max. 10 Minuten dauert. Wir wären Ihnen sehr dankbar für Ihre Unterstützung durch eine Teilnahme an dieser Umfrage.

Von VfU Mitgliedern

  • Berlin Hyp  (April 2022): Sustainable Finance Framework
    Die Berlin Hyp hat ein neues Green Finance Framework veröffentlicht. Die Berlin Hyp hat zudem das Ziel formuliert,  bei den grünen Aktivitäten bis 2026 komplett Taxonomie-konform zu sein und integriert nach und nach die Taxonomie-Vorgaben in ihre grünen Produkte. Konkret umfasst das Green Loan Portolio aktuell den „Energieeffizienz-Kredit“ sowie den „Taxonomie-Kredit“ umfasst. 
  • Deutsche Bank (März 2022): Chief Investment Office Special: Biodiversity: the new playing field for ESG assessment
    In einer Publikation der Deutsche Bank legen die Autoren das Augenmerk auf die Bedeutung  der Integration von ESG-Aspekten in Investmententscheidungen. Dabei wird ganz besonders die Rolle von Naturkapital und Biodiversität hervorgehoben, die nach Ansicht der Autoren bisher unterbelichtet ist. Die Publikation soll zeigen, welche Bedeutung die Erweiterung der aktuell gültigen Betrachtung hat und wie sie konkret angegangen werden kann. 
  • DWS Research Institute (April 2022): ESG in Strategic Asset Allocation
    Nachdem die DWS bereits 2020 ein Papier zur Integration von ESG-Aspekten über verschiedene Anlageklassen veröffentlicht hatte, ist nun ein Upate dazu erschienen. In der Aktualisierung 2022 hat DWS mehrere Aktualisierungen vorgenommen und stellt  Optimierungsszenarien vor, die nun die Pariser Klimaziele, die nachteiligen Auswirkungen (PAI) der EU und die EU-Taxonomie umfassen. 
  • Pax-Bank und CRIC e.V. (April 2022): Sustainable Finance Award
    Die Pax-Bank  und CRIC rufen den „Sustainable Finance Award“ ins Leben. Mit dem Wissenschaftspreis werden Abschlussarbeiten zum Thema nachhaltige Finanzen ausgezeichnet. Das Preisgeld soll Absolventinnen und Absolventen zugutekommen, die mit ihrer Forschung dazu beitragen, nachhaltige Finanzen besser zu verstehen, Herausforderungen zu bewältigen und Innovationen zu fördern. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Die Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten können vom 11.04.2022 bis zum 30.06.2022 über die Website www.sustainable-finance-award.org eingereicht werden. Die Benotung der Arbeit muss innerhalb der letzten drei Jahre erfolgt sein.

Von VfU PCAF DACHLI

  • PCAF DACHLI Regionalgruppe (März 2022): Neues Onboarding ab 01.07.2022
    Aufgrund der starken Nachfrage nach einer Teilnahme an der bereits existierenden PCAF DACHLI Regionalgruppe, hat sich das PCAF DACHLI Team unter Leitung des VfU dazu entschlossen, ein zusätzliches OnBoarding für neue Mitglieder zu dieser Regionalgruppe anzubieten. Alle Finanzinstitute, die sich in diesem Jahr zu PCAF verpflichten und am Peer-to-Peer Wissens- und Erfahrungsaustausch teilnehmen möchten, werden zunächst in einer 6-monatigen Phase intensiv zur Methodik und Systematik der Messung finanzierter Emissionen nach dem PCAF Standard geschult. Im Anschluss daran können sie sich dann der bereits existierenden PCAF DACHLI Regionalgruppe anschliessen. Der Kick-off Workshop für das Onboarding findet am 1. Juli 2022 statt. Bei Interesse und für weitere Informationen melden Sie sich gerne bei der VfU Geschäftsstelle (info@vfu.de).

Von VfU Partner-Organisationen

Vom VfU Wissenschaftsbeirat

  • Universität Hamburg (April 2022): The impact of impact funds – A global framework of funds with impact claim
    In der Studie, an der unter anderem Prof. Timo Busch mitgewirkt hat, wird untersucht, ob ein immer häufiger genannter Impact-Anspruch von Sustainable Finance Produkten gerechtfertigt ist. Dafür wurden 185 (sogenannte) Impact-Fonds auf der Grundlage eines etablierten Klassifizierungsschemas analysiert, das die Anforderungen an tatsächliche Impact-Investments umreißt. Nur ein Drittel der Impact-Fonds erfüllen diese Anforderungen laut der Studie.

📅  VERANSTALTUNGEN

VfU Veranstaltungen

Bisher terminierte Veranstaltungen (weitere folgen demnächst):
2022

Weitere Informationen zu diesen und zukünftigen VfU Veranstaltungen, sowie die Möglichkeit Veranstaltungen in Ihren Kalender zu importieren, finden Sie unter der entsprechenden Rubrik auf der VfU Homepage

VfU Partner Veranstaltungen

Bisher terminierte Veranstaltungen (weitere folgen demnächst):
Weitere Informationen zu diesen und zukünftigen VfU Partner Veranstaltungen, sowie die Veranstaltungen Dritter, finden Sie auf der VfU Homepage.

📚 VERÖFFENTLICHUNGEN

Jüngst erschienen sind folgende relevante Veröffentlichungen, von denen Sie die meisten  – nach Registrierung/Login –  auch in der VfU Mediathek finden, bewerten, kommentieren und teilen können:

Berichterstattung & Offenlegung

Biodiversität

  • Finance for Biodiversity Initiative (F4B) (April 2022): The Nature-Climate Nexus. An Investor guide to expanding from climate to nature data
    Naturbezogene Risiken sind die Risiken, die sich für eine Organisation aus den Verbindungen zwischen ihren Aktivitäten und der Natur ergeben. In diesem neuen Leitfaden für Investoren werden Schritte vorgestellt, die Finanzinstitute befolgen können, um vorhandene Instrumente und Datensätze zu nutzen, um Investitionen auf naturbezogene Risiken zu prüfen. 
  • UNEP FI and Finance for Biodiversity Foundation (April 2022): Entwickeln gemeinsam Science Based Targets für Biodiversität
    UNEP FI und die Finance for Biodiversity Foundation werden künftig gemeinsam daran arbeiten, Banken und andere private Finanzinstitute bei der Festlegung solider, wissenschaftlich fundierter Ziele zu unterstützen. Die Banken haben sich bereits im Rahmen der Pronciples for Responsible Banking (PRBs) zur Festlegung und Offenlegung von Zielen verpflichtet, ebenso wie die Finanzinstitute im Rahmen des Finance for Biodiversity Pledge. Die Zusammenarbeit soll bei Biodiversitätszielen und -metriken und bei der Entwicklung eines Leitfadens zur Anwendung solider Metriken und Messverfahren stattfinden, den Austausch zwischen den Akteuren erleichtern und zu einem ambitionierten UN-Übereinkommen zu Biodiversität beitragen. 
  • UN Environment Programme (UNEP) (April 2022): Prioritising Nature-related Disclosures Considerations for high-risk sectors
    Der Bericht soll Finanzinstitute unterstützen, die sich auf den Weg machen wollen, ihre naturbezogenen Risiken mit einem sektoralen Schwerpunkt zu bewerten, zu messen und darüber zu berichten. Sie kann auch als Leitfaden für die Entwicklung potenzieller Instrumente und Datenerhebungsmethoden dienen, wobei der Schwerpunkt auf Sektoren mit hoher Abhängigkeit und großen Auswirkungen als Prioritäten für erste Maßnahmen liegt. Außerdem bietet der Bericht einen Überblick über die wichtigsten Abhängigkeiten und Auswirkungen für zehn Hochrisikosektoren, darunter Land- und Forstwirtschaft, Bergbau und Bekleidungsindustrie. Außerdem wurde von UNEP eine neue Plattform vorgestellt, die Finanzinstitute bei der Wahl von Indikatoren bei der Erfassung der ökologischen und sozialen Auswirkungen von Investitionen in Landnutzung unterstützen soll. 
  • UN Environment Programme (UNEP) (April 2022): Are You Ready For Nature-related Disclosure? An assessment of readiness and expecations from the corporate market
    Nach Erscheinen der ersten Beta-Version des TNFD Rahmenwerkes im März stellt sich die Frage, inwieweit Unternehmen auf die Offenlegung von Natur relevanten Nachhaltigkeitsaspekten vorbereitet sind und welche Erwartungen diese an den TNFD Prozess haben. Diesen Fragen ist eine neue Studie on UNEP nachgegangen, welche  die Etablierung eines naturbezogenen Risikomanagements und die Einbindung dieser Risiken und Chancen in die Geschäftstätigkeit von Unternehmen bewertet. Der Bericht zielt darauf ab, den Stand der Dinge und die Erwartungen der Unternehmen an die Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) abzubilden. Die Ergebnisse deuten daraufhin, dass noch sehr viel Arbeit auf allen Ebenen notwendig ist, um die Ziele zu erreichen. 
  • University of Cambridge Institute for Sustainability Leadership (CISL) (April 2022): Integrating Nature: The case for action on nature-related financial risks
    Das CISL hat in Zusammenarbeit mit Banken und Investmentmanagern Argumente für die Einbeziehung von Naturrisiken in finanzielle Entscheidungen vorgelegt. Führende Banken und Investmentmanager nutzten außerdem das CISL-Handbuch für naturbedingte Finanzrisiken, um die finanzielle Bedeutung von Naturschäden zu bewerten. Entsprechende Fallbeispiele wurden auf der Webseite veröffentlicht.

Green Bonds

  • Bond Guide (April 2022): Green & Sustainable Finance Jahresausgabe veröffentlicht
    Ein Blick lohnt auch in die Jahresausgabe des Bond Guide, die Zeitschrift nimmt einmal im Jahr ESG-Themen aus verschiedensten Perspektiven in den Blick. In der aktuellen Ausgabe finden sich unter anderem Beiträge zum Transformationspotenzial von Finanzinstituten, Sustainability-Linked Loans und Optionen, Portfolios Paris-Kompatibel zu stellen. 
  • Climate Bond Initiative (April 2022): Sustainable Debt: Global State of the Market 2021
    Der neue Marktbericht von CBI zeigt ein weiter dynamische Entwicklung von Green Bonds und ähnlichen Finanzinstrumenten im Jahr 2021. Die jährliche Emission grüner Anleihen durchbrach zum ersten Mal die Marke von einer halben Billion US-Dollar, was 75 % mehr als im Vergleich zum Vorjahresvolumen bedeutet. Energie, Gebäude und Verkehr waren die drei größten Kategorien, für die die Green Bond Erlöse aufgewandt wurden, zusammen trugen diese 81 % zum Gesamtwert für 2021 bei. Weitere Entwicklungen finden sich im Bericht.

Impact

  • PRI (April 2022): A Legal Framework for Impact: Integrating Sustainability Impact across the industry
    In diesem Bericht wird dargelegt, warum rechtliche Änderungen erforderlich sind, damit Mainstream-Investoren konsequenter Nachhaltigkeitsziele verfolgen können. Nach Ansicht der Studie schränkt das EU-Recht die Möglichkeiten von Anlegern ein, Investitionen im Einklang mit sozialen und ökologischen Zielen Ziele zu tätigen oder Stewardship zu betreiben, es sei denn, es ist auch finanziell vorteilhaft, dies zu tun. Nach Ansicht der Autoren besteht ein potenzieller Widerspruch zwischen den EU Finanzvorschriften und den Nachhaltigkeitszielen.

Klima

  • Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) (April 2022): Climate Change 2022 – Mitigation of Climate Change
    Im dritten Teilbericht des IPCC-Sachstandberichts zur Entwicklung des Klimawandels geht es vor allem um die Optionen zur Begrenzung der Klimakrise. Dabei ist nach Ansicht der Autor*innen ein globaler und wirtschaftsweiter Strukturwandel, von Verhaltensänderungen, notwendig, die „Systematische Transformation“. Diese sieht der IPCC aber noch nicht erfolgreich in der Umsetzung: Mit den derzeitigen Klimaschutzmaßnahmen würden die meisten Länder ihre eigenen Ziele verfehlen und die Welt im Jahr 2100 wohl eher auf 3,2 Grad zusteuern. Die stark auf fossile Energieträger fokussierten Finanzströme sollen laut Bericht in klimakompatible Geschäftsmodelle umgelenkt werden, was sowohl Politik wie den Finanzmarkt adressiert.

Klima-Neutralität

  • Science Based Targets initiative (SBTi (April 2022): Foundations paper on Net-Zero for Financial Institutions
    Die SBTi, die es Unternehmen ermöglicht, Emissionsreduktionsziele im Einklang mit der Klimawissenschaft festzulegen, hat ein Papier veröffentlicht, das neue Konzepte für die Definition und Festlegung von Netto-Null-Zielen für Banken, Vermögensbesitzer, Vermögensverwalter und andere Finanzinstitute enthält. Ein finaler Standard wird 2023 erwartet. Die Veröffentlichung befasst sich mit Schlüsselfragen für Finanzinstitute, insbesondere mit einer Standarddefinition für Netto-Null, der Verwendung von Kompensationen und Kohlenstoffgutschriften sowie mit Konzepten für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Das SBTi ruft die Finanzinstitute auf, sich an der Entwicklung des Standards zu beteiligen und sich kurzfristige, wissenschaftlich fundierte Ziele zu setzen, die den ersten Schritt zur Erreichung von Netto-Null darstellen. Ein Webinar zum Paper kann hier angesehen werden. 
  • The Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC) (April 2022): Net Zero Stewardship Toolkit
    IIGCC hat ein Toolkit für die Net-Zero Versprechungen von Investoren herausgegeben, das Investoren dabei helfen soll, ihre Stewardship-Praktiken zu verbessern, um eine rasche Dekarbonisierung der Portfolien zu erreichen. Es soll die Messlatte für das Klimamanagement von Investoren höher legen, indem ein systematischer Rahmen bereitgestellt wird, der Engagement-Prozesse mit größerer Wirkung priorisiert und Investoren dazu drängt, Unternehmen, die den Anforderungen nicht gerecht werden, zur Rechenschaft zu ziehen. Das Toolkit konzentriert sich noch auf börsennotierte Aktien, soll aber auch auf festverzinsliche Unternehmensportfolios anwendbar sein und um andere Sektoren und Anlageklassen erweitert werden. 
  • UN (April 2022):  High-Level Expert Group on the Net-Zero Emissions Commitments of Non-State Entities
    Die Vereinten Nationen haben eine Expertengruppe für die Entwicklung und schnelleren Anwendung von aussagekräftigeren Standards für Netto-Null-Emissions-Versprechen eingerichtet, die bis Ende des Jahres Empfehlungen abgeben soll. Das Gremium wird von der ehemaligen kanadischen Umwelt- und Klimaministerin geleitet und hat insgesamt 16 Mitglieder aus den Bereichen Nichtregierungsorganisationen, Denkfabriken und Behörden sowie Wissenschaftlerinnen und Manager.

Klima-Risiken

  • Network for Greening the Financial System (NGFS) (März 2022): Enhancing Market Transparency in Green and Transition Finance
    Das NGFS hat einen Bericht zur Stärkung der Markttransparenz im Bereich Transition Finance veröffentlicht. Der Bericht soll den Stand der Dinge im Bereich “Transition Finance” abbilden und stellt dabei drei Aspekte in den Vordergrund, die für die effiziente Mobilisierung von Kapital für Investments in nachhaltige Projekte und Infrastrukuren entscheidend sind:
  1. Verbesserung der Markttransparenz der Ziele von Emittenten und Anlegern in Bezug auf Umwelt und Wandel. Taxonomien und Rahmenwerke für den Klimawandel sind am effektivsten, wenn sie mit klaren Zielen und wissenschaftlich fundierten Netto-Null-Zielen verbunden sind.
  2. Erleichterung der Vergleichbarkeit und Interoperabilität von Taxonomien, Rahmenwerken und Prinzipien. Ein gemeinsames Verständnis von Kriterien, Zielen und Methoden ist von entscheidender Bedeutung, um Divergenzen in den Bewertungen bei grünen externen Überprüfungen zu vermeiden.
  3. Offenlegung und Berichterstattung: Eine verbesserte Offenlegung und Berichterstattung auf der Grundlage globaler Offenlegungsstandards mit branchenspezifischen Kennzahlen wird die Grundlage für konsistente, vergleichbare und zuverlässige Klimadaten, Übergangspläne und Investitionsprodukte bilden

Menschenrechte

  • Südwind-Institut (April 2022): Zwangs- und Kinderarbeit bekämpfen. Eine Handreichung für Investoren
    Die NGO Südwind hat eine Handreichung für Investoren veröffentlicht, in der erläutert wird, wie Finanzinstitutionen durch die Integration menschenrechtlicher Sorgfaltspflicht schwere Menschenrechtsverletzungen vermeiden können. Die Aspekte einer Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfalt im Unternehmen beschreibt die Handreichung kompakt und gibt kurze Begründungen und Links für eine tiefergehende Beschäftigung.

Regulierung

  • Deloitte (April 2022): Sustainable Finance Navigator
    Deloitte hat eine aktuelle Fassung seines Sustainable Finance Navigators veröffentlicht, in dem alle relevanten Regulierungsvorhaben und ihr jeweiliger Stand im Überblick zu finden sind. 
  • ESMA (April 2022): Call for candidates: Consultative Working Group of ESMA’s Coordination Network on Sustainability (CNS)
    Die ESMA sucht etwa 20 Experten für ihren neu eingerichteten Beirat, die Consultative Working Group (CWG), der wiederum den CNS berät. Das CNS wurde eingerichtet, um die bereichsübergreifende Arbeit der ESMA bei Sustainable Finance zu erleichtern. Es berät die sektoralen ständigen Ausschüsse und Netzwerke der ESMA in diesem Bereich und bietet den zuständigen nationalen Behörden ein Forum zur Erörterung bereichsübergreifender Fragen und Initiativen. 

Sustainable Finance

  • EY (April 2022): Banken- und FinTech-Barometer Deutschland
    Auf Basis einer Befragung von 120 Finanzinstituten in Deutschland,hat EY in einer Studie die Top-Themen für Banken und FinTechs zusammengefasst. Sustainble Finance rückt auf im Aufmerksamkeitsranking bei Banken weit nach vorne und wird laut der Studie immer stärker als strategischer Wettbewerbsvorteil angesehen. 84 Prozent der befragten Bankmanager bezeichnen strenge regulatorische Auflagen durch Aufsichtsbehörden als große Herausforderung für das eigene Unternehmen, 82 Prozent berichten von Problemen mit fehlenden Daten und Erfahrungswerten hinsichtlich möglicher Risiken und Kosten im Zusammenhang mit der Verankerung von ESG in der eigenen Bank. Interessant aus VfU Perspektive: Nur kanpp ein Drittel der befragten Banken geben an, einen eigenständigen Nachhaltigkeitsbereich zu haben, der sich zentral um das Thema kümmert. 
  • Robeco (März 2022): Global Climate Survey
    Das Thema Biodiversität wird von Investoren weltweit als ein vordringliches, aber bisher unterbelichtetes Thema angesehen. Dies hat Robeco in einer Umfrage von 300 Investoren weltweit zu ESG-Themen herausgefunden. Dabei zeigt sich insbesondere, dass die finanziellen Implikation von Biodiversitätsverlust noch nicht ausreichend Aufmerksamkeit bekommen und Investoren nicht wissen, wie sie die Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Biodiversität bewerten können, vor allem aufgrund fehlender Daten zum Thema. Insgesamt wird Biodiversität jedoch als das große Thema der nächsten Jahre angesehen. 
  • WWF Deutschland (April 2022): Sustainable Finance-Mythen im WWF-Faktencheck
    Ein Papier von WWF widmet sich sieben Mythen rund um Sustainable Finance und unterzieht sie jeweils einem Faktencheck. Dabei wird die Rolle des Staates ebenso in den Blick genommen wie Transformationspfade, Reporting-Standards und nachhaltige Finanzprodukte. Viele der Mythen sind dabei nach Ansicht der Autoren geprägt von fehlendem Hintergrundwissen, falschen Kausalannahmen oder ideologischen Vorbehalten. Der WWF macht dabei auch Vorschläge, Sustainable Finance in der Praxis noch erfolgreicher umngesetzt werden kann.

Sustainable Finance Management

  • PwC (März 2022): Empowered Chief Sustainability Officers: The key to remaining credible and competitive
    In der jüngsten jährlichen Umfrage von PwC zu Nachhaltigkeitsthemen unter Unternehmensleitern gaben die Führungskräfte an, dass der Umgang mit ESG-Themen so komplex und die Themen so umfassend sind, dass sie einfach nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Das Konzept des Chief Sustainability Officer (CSO) kann dazu beitragen, genau diese Fragen aufzunehmen und zu koordinieren. In einer neuen Studie untersucht PwC die wachsende Rolle des CSO innerhalb des Unternehmens und wie diese Führungskräfte ihre Meinung nicht nur in Bezug auf die Einhaltung von Vorschriften, sondern auch in den Bereichen Personal, Strategie und  Finanzen zunehmend als wertvoll erachten. Die Studie basiert auf der Analyse von CSOs in 1.640 börsennotierten Unternehmen. Unter anderem wurde untersucht, wie hoch der Anteil der CSOs ist, welchen Hintergrund diese haben und wo sie innerhalb der Unternehmensstruktur angesiedelt sind.

Versicherung

  • Net-Zero Insurance Alliance & UN Environment Programme’s Principles for Sutsainable Insurance Activities (April 2022): Insuring the net-zero transition: Evolving thinking and practices
    Die Versicherungsbranche spielt eine wichtige Rolle beim Übergang zu einer globalen Netto-Null–Treibhausgas-Wirtschaft. In einem Weißpapier wird das Konzept der Netto-Null-Versicherung vorgestellt. Dieser Leitfaden zielt darauf ab, das Konzept der Netto-Null-Versicherung zu entmystifizieren, zu gestalten und voranzutreiben, wobei die Rahmenbedingungen, Definitionen und Methoden noch in der Entwicklung begriffen sind. Im Paper werden verschiedene Rollen von Versicherungen mit Blick auf Netto-Null durchgespielt und Ansätze erläutert.

Vertrieb

  • ESMA (April 2022): Performance and Costs of EU Retail Investment Products
    Die EU- Wertpapieraufsichtsbehörde analysiert in ihrem jährlichen statistischen Bericht die Kosten und die Wertentwicklung von Retail-Produkten in der EU und berichtet, dass Fonds mit einer ESG-Strategie (einschließlich Aktien-, Renten- und gemischte Fonds) besser abschneiden als ihre nicht-ESG-ausgerichteten Konkurrenten und auch insgesamt günstiger sind. Der Beobachtungszeitraum verlief zwischen 2010 und 2020. Außerdem wurden im Jahr 2020 erstmals mehr ESG-ETFs aufgelegt, als konventionelle ETFs, die ESG-ETFs. machten 2020 neun Prozent aller ESG-Aktien-Fonds aus.

Zum Schluss

  • DHL: Kostenlos Hilfspakete verschicken
    Die DHL transportiert Hilfspakete von Privatpersonen bis 20kg in die Ukraine kostenlos. 
  • Financial Times (April 2022): The Climate Game: Can you reach net-zero by 2050
    Das große Ziel Netto-Null bis 2050 kann auf verschiedene Arten erreicht werden. Wie sich Entscheidungen in den nächsten Jahren für oder gegen einzelne Branchen und Aktivitäten bis 2050 auswirken ist Inhalt der Simulation der Financial Times, die basierend auf wissenschaftlichen Szenarien entwickelt wurde.

📣 SONSTIGES

In eigener Sache
Zum Schluss nochmal die Bitte um Feedback und Anregungen zu unserem Newsletter sowie um Hinweise und Meldungen aus Ihren Häusern für die nächsten Newsletter – die Sie uns gerne jederzeit zusenden können, an: info@vfu.de

Frühere Ausgaben unseres Newsletters finden Sie im Newsletter-Archiv.

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