Rückblick UNEP FI / VfU Roundtable 2017

Am 29. und 30. November fand der dreizehnte UNEP FI / VfU Roundtable bei dem diesjährigen Gastgeber UBS in Frankfurt statt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Sustainable Finance – für eine zukunftsfähige Wirtschaft und Gesellschaft“ und fokussierte auf den Beitrag, den der Finanzsektor zu einer nachhaltige(re)n Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft leisten kann.

Rückblick UNEP FI / VfU Roundtable 2017
Bemerkenswert war die hohe Seniorität, Kompetenz und Diversität auf Seiten der Referenten und Teilnehmer der Veranstaltung. So diskutierten u.a. Vertreter der Europäischen Kommission und ihrer High-Level Expert Group on Sustainable Finance, des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, des Bundestags, der Bundesbank, des Rates für Nachhaltige Entwicklung sowie verschiedener Initiativen und NGOs mit Fokus auf Sustainable Finance. Darüber hinaus waren sowohl namhafte Wissenschaftler sowie Sustainability Professionals aus den Nachhaltigkeitsabteilungen und den Kerngeschäftsbereichen bedeutender Finanzinstitute vertreten.

Dies verdeutlichte, dass der Leitgedanke der Nachhaltigkeit im Finanzsektor mittlerweile bei allen Akteursgruppen und auf allen Ebenen, vom Board bis zum Retail, ein beachtliches Momentum entwickelt hat. Zugleich ermöglichte es eine für alle Beteiligten höchst inspirierende Qualität der Vorträge, Workshops und Diskussionen.

Dabei deckten die behandelten Gebiete ein weites Spektrum ab, von aktuellen Entwicklungstrends und neuen Initiativen im Bereich Sustainable Finance über mögliche Einflüsse der Digitalisierung bis hin zu langfristigen Perspektiven, die sich aus globalen Megatrends ergeben. Innerhalb dieses Rahmens wurde eine Vielzahl relevanter Themen erörtert: Aufsicht und Regulierung, Unternehmenskultur, Sustainable Development Goals, Reporting, Impact Assessment und Risikobewertung, Integration von ESG Kriterien in Kernprozesse, Produktentwicklung sowie Interdependenz von Nachfrage und Angebot im Bereich Sustainable Finance.

In Summe machte die Veranstaltung den „Klimawandel“ im Finanzsektor deutlich. Sowohl in der externen als auch in der internen Wahrnehmung wächst das Bewusstsein für die zentrale Rolle, die dem Sektor bei der nachhaltigen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zukommt. Es geht nicht mehr länger nur um „Nachhaltigkeit in Finanzinstituten“, sondern um „Nachhaltigkeit durch Finanzinstitute“. Aus der Einsicht, dass ökonomische Stabilität nur in Kombination mit ökologischer und sozialer Stabilität gedacht und erreicht werden kann, gewinnt das Thema Nachhaltigkeit an substantieller Bedeutung für das Kerngeschäft von Finanzinstituten. Dabei ist mittlerweile unstrittig, dass nachhaltig orientiertes Wirtschaften nicht nur tragfähig, sondern auch profitabel ist – und weniger anfällig für Volatilität.

Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass sich der Sektor immer noch am Anfang eines Entwicklungspfades befindet. Damit die Finanzwirtschaft die Rolle des Finanzintermediärs im Rahmen des gesellschaftlich gewollten Übergang zu einer Green Economy effizient und effektiv erfüllen kann, bedarf es weiteren Engagements und einer intensivierten Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

Gemeinsam gilt es noch zahlreiche Hürden zu überwinden und Probleme zu lösen - von einer aussagekräftigen Risikomodellierung auf Unternehmensebene bis hin zur Überwindung von strukturellen Fehlanreizen durch Regulierung und Aufsicht.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Entwicklung gemeinsamer Sprachmuster und einheitlicherer Definitionen, sog. Taxonomien für Sustainable Finance. Sich jüngst formierende Initiativen müssen hier an einem Strang ziehen. Politisch-regulatorische Rahmenbedingungen, aber auch innerbetriebliche Anreizsysteme sollten nachhaltiges Handeln gezielter fördern. Dafür ist – extern wie intern – die Entwicklung transparenter und nachvollziehbarer Steuerungskriterien erforderlich.

Von zentraler Bedeutung schließlich ist zweifellos auch die Förderung finanzwirtschaftlicher und nachhaltigkeitsbezogener Bildung, sowohl durch formale Qualifikationen in Schule und Hochschule, als auch durch intensivierten Austausch zwischen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Diesen Prozess zu unterstützen war und ist das erklärte Ziel des UNEP FI / VfU Roundtables. Das ausgesprochen positive Feedback der Teilnehmer zur vergangenen Veranstaltung ist Messlatte und Ansporn zugleich für den vierzehnten Roundtable im kommenden Jahr.