Liebe Mitglieder und Freund*innen des VfU,
sich im Umfeld Sustainable Finance im Jahr 2025 zu bewegen, bedeutet auch mit mixed signals umgehen zu müssen und sicherlich auch mit gemischten Gefühlen. Nachdem die Europäische Aufsichtsbehörde EBA vor dem Hintergrund des Omnibus-Verfahrens lange Zeit insbesondere mit Blick auf Risikoaspekte eine etwas davon losgelöste Richtung einschlug, rief sie im August hinsichtlich der ESG-Offenlegungspflichten zu einer Orientierung der Aufsichtsbehörden an den finalen Ausgestaltungen der EU auf. In dieser Übergangsphase empfiehlt die EBA den Aufsichtsbehörden, bestimmte ESG-Vorgaben vorerst nicht rechtlich durchzusetzen. Aber gerade aus Risiko-Perspektive zeigen gleich mehrere Studien der EZB, dass die Berücksichtigung von Klimaaspekten und Transitionsfinanzierung für Finanzinstitute weiter relevant bleibt und bereits in der Praxis ist: In einer Publikation der EZB zu litigation risk werden die Auswirkungen klimabezogener Prozessrisiken auf die Kreditvergabepraktiken von Banken untersucht, dabei deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Kreditgeber Klimaprozesse als wesentlichen Risikofaktor betrachten, der zunehmend in Kreditverträgen berücksichtigt wird. Eine weitere Publikation der EZB zeigt, dass Klimastresstests die Kreditvergabe von Banken an umweltschädliche Unternehmen beeinflussen. Und zu guter Letzt zeigt eine Untersuchung die komplexen und teils nicht intendierten Folgen der Regulierung im Sustainable Finance Kontext: Konkret werden die Auswirkungen der SFDR und der Taxonomie auf Bergbauunternehmen analysiert. Die Einführung von ESG-Vorschriften hat einen dämpfenden Effekt auf die Beteiligungen von Banken an Bergbauunternehmen für Batterierohstoffe, insbesondere an solchen mit schlechter ESG-Performance. Die Studie unterstreicht die Bedeutung eines ausgewogenen Regulierungsansatzes, der die Vielschichtigkeit nachhaltiger Finanzierungen berücksichtigt.
Die Herausforderungen, die sich vor allem auch Nachhaltigkeitsverantwortlichen in Finanzinstituten im Jahr 2025 stellt, wollen wir gemeinsam mit Ihnen und anderen Expertinnen und Experten am diesjährigen UNEP FI / VfU Roundtable am 16. Oktober 2025 diskutieren und gemeinsam nach Lösungen suchen. Unter dem Motto: „Zeitenwende für Nachhaltigkeit? Sustainable Finance zwischen Resilienz und Impact“ wollen wir die Herausforderungen der „Sattelzeit“ diskutieren und Erfolgskonzepte für den Business Case, der mit der nachhaltigen Transformation verbunden ist, herausarbeiten. Was sind Ihre Gedanken dazu? Nutzen Sie die Chance zum Austausch in Stuttgart bei der L-Bank!
Darüber hinaus finden Sie wie gewohnt eine weitere Auswahl an Initiativen, Gesetzen, und Publikationen zum ganzen Themenbereich Sustainable Finance, die wir Ihnen gerne zur Aufmerksamkeit bringen.
Ihr VfU Team
In eigener Sache
Zum Schluss nochmal die Bitte um Feedback und Anregungen zu unserem Newsletter sowie um Hinweise und Meldungen aus Ihren Häusern für die nächsten Newsletter . Diese können Sie uns gerne jederzeit zusenden, an: info@vfu.de.
