Definition

Hier stellen wir vor, wie wir das Thema Risikomanagement im Zusammenhang mit nachhaltigen Finanzen, insbesondere für Finanzinstitute, definieren.

Die globale Finanzindustrie sieht sich in den letzten Jahren mit einer kontinuierlichen Zunahme von Risikofaktoren aus verschiedenen Bereichen wie Nachhaltigkeitsrisiken, geopolitischen Risiken und Risiken der Digitalisierung konfrontiert.
Insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit, genauer gesagt ESG-Risiken, standen bisher weltweit vor allem klima- und umweltbezogene Aspekte im Vordergrund.

Diese Risikokategorien sind den Finanzinstituten und ihren Stakeholdern wohl bekannt. Die Herausforderung liegt in der Ungewissheit ihrer Auswirkungen, die in den nächsten 30 bis 50 Jahren eintreten könnten (BaFin, 2023).

Im Bereich Klima und Umwelt werden Nachhaltigkeitsrisiken in physische Risiken und Transitionsrisiken unterteilt (BaFin 2020).

    • Physische Risiken resultieren aus extremen Wetterereignissen und ihren Folgen. Direkte Auswirkungen sind beispielsweise die Einstellung der Produktion, während indirekte Auswirkungen durch den Zusammenbruch der Lieferkette entstehen können.
    • Transitionsrisiken hingegen entstehen durch die Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft. Diese Bewegung beinhaltet hauptsächlich politische Maßnahmen, neue Technologien und/oder Marktveränderungen.

Gemäß den Vorgaben der Europäischen Zentralbank (EZB) sollten diese Klima- und Umweltrisiken als bestehende Risikokategorien von Finanzdienstleistungen betrachtet werden, wie zum Beispiel Kreditrisiken, operationelle Risiken, Marktrisiken und sonstige Risiken.

Aus diesem Grund erfordern diese Arten von Risiken auch einen sehr langen Beobachtungszeitraum und ein adaptives Modell für das Risikomanagement. Aus Sicht der Finanzinstitute stellen sich folgende Fragen:

    • Wie können Finanzdienstleister die wichtigsten ESG-bezogenen Risikoarten identifizieren, klassifizieren und angemessen behandeln (Outside-in)?
    • Welche Rahmenbedingungen für das Risikomanagement müssen die Finanzinstitute einhalten? 
    • Welche Methoden, Instrumente und Risikoindikatoren sind für sie geeignet, um Risiken optimal zu bewältigen?

Sustainable Finance Themenradar 2024

Im Jahr 2024 liegt der Fokus auf der grundlegenden Identifizierung und Bewertung von Klimarisiken. Die Identifizierung und Bewertung von Biodiversitätsrisiken gewinnt ebenfalls an Bedeutung.

Es wird erwartet, dass Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken (ESG-Risiken) verstärkt in traditionelle Risikokategorien quantifiziert werden müssen. Die Berücksichtigung der aufsichtsrechtlichen Berichterstattung über finanzielle ESG-Risiken gemäß dem Leitfaden der Europäischen Zentralbank (EZB) ist von entscheidender Relevanz.

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Han Phan
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Han Phan, geboren 1993, arbeitet als Expert Sustainable Finance beim VfU. In dieser Rolle ist sie unter anderem für die Weiterentwicklung der Website zuständig sowie für die Themen Carbon Accounting / Financed Emissions und NetZero Strategien für Finanzinstitute. Han Phan absolvierte erfolgreich den Master in Finance and Accounting 2021 an der FOM-Hochschule für Oekonomie und Management und anschließend den Lehrgang Certified Expert in Sustainable Finance an der Frankfurt School. In ihren bisherigen beruflichen Funktionen arbeitete sie in der Finanzabteilung der Impact Investing Fund Manager Finance In Motion und als Consultant bei Finbridge.

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