Herausgeber: VfU e.V., November 2025
Die Studie im Überblick
Ende 2025 stehen Finanzinstitute vor geopolitischen und -ökonomischen Verschiebungen, die in diesem Ausmaß vor einem Jahr kaum absehbar waren. Die EU konsolidiert ihr umfangreiches Sustainable-Finance-Regelwerk in mehreren Omnibus-Verfahren. Viele Marktteilnehmende prüfen ihre bestehenden Setups neu und passen ihren Navigationsrahmen an.
Der Sustainable Finance Themenradar erscheint in diesem Umfeld zum fünften Mal. Damit entsteht neben dem jährlichen Ausblick auch eine Zeitreihe zentraler Themen aus zwölf Handlungsfeldern.
Er unterstützt die Erfassung, Verortung und Priorisierung von Aufgaben im Sustainable-Finance-Kontext, die Praktikerinnen und Praktiker als unmittelbar umsetzungsrelevant einstufen und soll so Senior Management und Nachhaltigkeitsverantwortlichen als Orientierungspunkt für die strategische Weiterentwicklung ihrer Sustainable-Finance-Agenda dienen.
Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Befragung zeigt für 2026 einen klaren Schwerpunkt: Risikomanagement.
- 88 % der Teilnehmenden bewerten Risikomanagement als sehr relevant und setzen das Handlungsfeld auf Platz 2 von 12.
- Klimarisikoanalyse, Transitionsplanung und die Umsetzung der EBA-Leitlinien zu ESG-Risiken bilden die drei Top-Aufgaben der insgesamt 60 bewerteten Subthemen.
- Zu den relevanten Fähigkeiten von Sustainable-Finance-Professionals zählt risikoorientiertes Know-how neben strategischen, kommunikativen und fachlichen Kompetenzen.
- Auch in der Forschung bleibt die Frage zentral, wie Risiken in Klima-, Biodiversitäts- und sozialen Bereichen quantifiziert werden können.
Wichtigste Handlungsfelder in 2026
- Strategie und Steuerung (89 %)
- Risikoanalyse und –management (88 %)
- Regulatorik und Compliance (84 %)
- Nachhaltigkeitsmanagement (79 %)
- Datenmanagement (71 %)

Die top 5 der wichtigsten Aufgaben
-
- Identifizierung und Bewertung von Klima-Risiken (44)
- Entwicklung eines Transitionsplans für das Geschäftsmodell mit Fokus auf Dekarbonisierung bis 2050 (40)
- Umsetzung und Prüfung der EBA-Leitlinien zum Management von ESG-Risiken und Transitionsplänen (36)
- ESG-Datenintegration und Datenarchitektur (34)
- Nachhaltigkeitsberichterstattung gem. CSRD/HGB (32)
Fokus auf Resilienz und Risikominimierung
Im Kontext der gegenwärtigen globalen Unsicherheit priorisieren zahlreiche Institute die Risikominimierung und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben. Die regulatorischen Rahmenbedingungen tragen zur Stabilität des Marktes bei. Gleichzeitig existieren divergierende Interpretationen der EU-Omnibus-Verfahren, welche entweder eine potenzielle Abschwächung der ESG-Ambitionen oder eine gezielte Reduktion der regulatorischen Komplexität implizieren.
Fokus 2026: Rolle des Nachhaltigkeitsmanagements
Der diesjährige Schwerpunkt untersucht die Weiterentwicklung der Rolle des Nachhaltigkeitsmanagements.

- Die Bedeutung des CSO steigt auf 28 % und liegt damit nahe am CEO (30 %).
- Unklare Verantwortlichkeiten nehmen ab.
- 55 % der Befragten erwarten eine strategische Aufwertung der Sustainability Offices in den kommenden fünf Jahren.
- Nachhaltigkeitsmanager sehen sich in einer aktiven Rolle bei der Gestaltung des organisatorischen Wandels.
- Neben Strategie- und Kommunikationsfähigkeit bleibt Fachwissen in Nachhaltigkeit zentral, um als interner Advisor und Change Driver wirksam zu agieren.
Das vollständige Dokument inklusive Hintergründe zur Methodik finden Sie unten.
Kontaktperson

